Summing-Up

Die Präsentation im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum bildet den Abschluss von Bilderschlachten: hier werden die Leitlinien der Ausstellung an einem Ort in künstlerischen Positionen zusammengefasst: Ruth Schnells Videoinstallation Target setzt sich mit den Technologien und der Rezeption der modernen Kriegsführung auseinander. Die Technologien und Bilder des wirklichen Krieges unterscheiden sich kaum von den War Games für den Heim-PC. Die modernen Mittel der Berichterstattung liefern so viele Bilder von der Front wie nie zuvor, entrücken andererseits aber das reale Geschehen durch die medialen, künstlichen Bilder durch die Optiken der Zielfernrohre und Nachtsichtgeräte in eine von der Realität abgehobene Virtualität.

Oliver van den Bergs aus Kiefernholz gefertigte Kameras nehmen als Relikte einer überdimensionierten Pressekonferenz den Ausstellungsraum in Beschlag. Sie stehen in Widerspruch zu Werkstoff und Funktion der technischen Hochglanzvorbilder, führen die Fortschrittsutopien ad absurdum und kreisen gleichzeitig um die Frage nach Original und Abbild.

Roth Stauffenbergs Untitled Characters wirken wie reale Personen und verweisen so auf die Erwartungshaltung des Betrachters.

Ein Faustkeil aus der vorgeschichtlichen Zeit schließt den Bogen und
erinnert daran, dass nur ein schmaler Grat zwischen Werkzeug und Waffe,
zwischen Zivilisation und ihrer Perversion besteht – stets abhängig von den
Interessen der Akteure.

 
Hermann Rex filmt verwundete französische Soldaten
Kameras
 
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